Der Landesverband der Gartenbauvereine NRW übermittelt uns regelmäßig Information für die Arbeit im Garten. Wir möchten diese Informationen unseren Mitgliedern und Freunden zur Verfügung stellen:
 

 

Auch im Garten an Hygiene denken

Nicht nur bei Menschen und Tieren, sondern auch bei Pflanzen trägt Hygiene zur Erhaltung der Gesundheit bei. Die Pflanzenhygiene stellt daher eine wesentliche vorbeugende Maßnahme des Pflanzenschutzes dar, teilt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit. Kranke Pflanzen oder Pflanzenprodukte, wie zum Beispiel Früchte oder Samen, bedeuten in der Regel eine Gefahr für gesunde Pflanzenbestände. Dabei sind vor allem die folgenden Punkte von Bedeutung: Es sollte immer darauf geachtet werden, dass nur gesunde Pflanzen verwendet werden. Geschwächte oder kranke Pflanzen sollten nicht gepflanzt werden.

Als allgemeine Regel bei der Kompostierung gilt: Pflanzen, die Krankheits- oder Schädlingsbefall im Wurzel- oder Stängelbereich aufweisen, dürfen nicht kompostiert werden. Die Dauerformen von bodenbürtigen Schaderregern, wie beispielsweise Kohlhernie, Wurzelfäulen bei Erdbeeren, Wurzelgallenälchen, Erkrankungen an Blumenzwiebeln, können sich über den Kompost weiter verbreiten, wenn bei der Kompostierung keine ausreichend hohen Temperaturen von 60 bis 70 Grad Celsius erreicht werden.

Bei Krankheitsbefall an Blättern oder Früchten, wie Schorf, Mehltau, Blattfleckenkrankheiten, Spitzendürre und Fruchtfäulen, ist eine Kompostierung möglich, wenn die kranken Pflanzenteile sofort mit Erde oder anderem dichten Material, wie etwa Grasschnitt, abgedeckt werden. Vorhandene Sporen werden so an der Ausbreitung gehindert. Eine Überlebensfähigkeit dieser Sporen im Kompost ist bei sachgemäßer Kompostierung durch die Verrottungsvorgänge nicht zu erwarten. Manche Krankheiten überdauern an überwinternden Pflanzenteilen und bilden dort im Frühjahr ihre Sporen für die Neuinfektion. Daher sollten kranke Triebe, Fruchtmumien und befallenes Laub spätestens im Laufe des Winters beseitigt werden, um die Gefahr der Neuansteckung im folgenden Frühjahr zu vermindern. Auch durch verseuchte Erde, mit Werkzeugen oder mit der Kleidung können Pflanzenkrankheiten und Schädlinge verschleppt werden. Deshalb gehört zur Pflanzenhygiene auch die sorgfältige Reinigung von Werkzeugen, Handschuhen und Schuhen nach dem Arbeiten an kranken Pflanzen oder pflanzlichen Produkten. Auch sollte man daran denken, dass man nach der Arbeit an kranken Pflanzen nie mit ungereinigten Werkzeugen oder Handschuhen an gesunden Pflanzen Schnitt- oder andere Pflegearbeiten durchführen darf.

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Maulbeerschildlaus

 

Seit einigen Jahren tritt an verschiedenen Gehölzen in Gärten vermehrt die aus Asien eingeschleppte Maulbeerschildlaus {Pseudaulacaspis pentagona) auf. Befallen werden z. 8. der Trompetenbaum, Kirschlorbeer und der Japanische Schnurbaum. Aber auch Blauglockenbaum, Pfirsich und Johannisbeere gehören zu den möglichen Wirtspflanzen.

Ein Befall zeigt sich vor allem durch die oft massenhaft am Stamm und an den Ästen vorkommenden länglich-weißen Tiere (Männchen). Weibliche Schildläuse, die rundlich geformt und hellbraunfarben sind, findet man hingegen kaum.

Obwohl es durch einen Befall in der Regel nicht zu einer nennenswerten Schädigung der Pflanzen kommt, ist eine Bekämpfung dennoch empfehlenswert. Eine weitere Ausbreitung dieser für unsere Region noch neuen Schädlingsart sollte auf jeden Fall vermieden werden. Dies ist vor allem deshalb wichtig, da eine sichere Bekämpfung der Schildlaus, nachdem sie sich bereits stärker etabliert hat, kaum mehr möglich ist. Gängige Insektizide, die man üblicherweise gegen Schildläuse einsetzt, zeigen nämlich gegen sie kaum eine Wirkung.

Sollte es zu einem Befall gekommen sein, bleibt als mögliche Gegenmaßnahme nur noch die mechanische Bekämpfung, etwa durch das Abbürsten von Stamm und Ästen mithilfe einer festen Bürste. Gegebenenfalls ist es auch sinnvoll, hierzu einen Hochdruckreiniger einzusetzen. Sämtliche mechanischen Maßnahmen müssen allerdings stets mit größter Vorsicht erfolgen, um eine zusätzliche Schädigung der Gehölze, etwa von Rinde und Blättern, auf jeden Fall zu vermeiden. Falls zweckmäßig, kann vielleicht auch ein Rückschnitt der befallenen Pflanzenteile helfen, eine weitere Ausbreitung der Maulbeerschildlaus zumindest teilweise einzudämmen.

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Nematoden-Befall an Stauden

Stauden, wie Anemone, Geranium, Heuchera, Phlox und Tiarella, werden gelegentlich von Nematoden (Alchen) befallen. Probleme bereiten vor allem Blattälchen sowie Stock- und Stängelälchen, teilt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit.

Bei einem Befall mit Blattälchen (Aphelenchoides-Arten) entstehen an den Blättern eckige gelbe bis braune Flecken, die durch die Blattadern begrenzt sind. Bei starkem Befall sterben die Blätter ab. Die Alchen leben im Blattinnern und besaugen dort die Pflanzenzellen. Die Verbreitung erfolgt über die feuchten Blätter: Die Nematoden dringen anschließend in die Blätter ein.

Stock- und Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci) befallen vor allem Phlox. Blätter betroffener Pflanzen sind verschmälert und deformiert. Die Triebe wirken gedrungen und sich leicht verdickt. Das Wachstum der Stauden ist zum Teil stark gehemmt, was der Fachmann als Stockkrankheit bezeichnet. Die Nematoden verbreiten sich ebenfalls über feuchte Blätter und Stängel und dringen in diese ein.

Eine direkte Bekämpfung von Nematoden ist nicht möglich. Zugelassene Pflanzenschutzmittel stehen nicht zur Verfügung. Es bleibt somit nur die Möglichkeit, erkrankte Pflanzen zu entfernen und zu vernichten. Befallene Stauden sollten aber nicht kompostiert werden. Nematoden können dort dauerhaft überleben und sich anschließend erneut weiterverbreiten. Die kranken Pflanzen sollten daher stets nur über den Hausmüll entsorgt werden. Für eine Vermehrung sind kranke Pflanzen grundsätzlich nicht geeignet.

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Schrotschusskrankheit an Kirschlorbeer

Bei einem Befall mit der Schrotschusskrankheit {Stigmina carpophila) bilden sich an den Blattern vor Kirschlorbeer {Prunus laurocerasus) runde bis ovale, karminrote bis bräunliche Flecken. Später trennt sich das braune Gewebe scharf vom gesunden ab und fällt heraus, so dass typische schrotschussartige Löcher entstehen.

Die Krankheit tritt bereits im Frühjahr kurz nach dem Austrieb auf. Der Schadpilz, der an erkrankten Trieben (Zweigwunden) überwintert, infiziert die jungen, neu austreibenden Blätter. Altere werden später hingegen kaum mehr befallen. Die Infektionsgefahr ist besonders groß, wenn die Witterung im Frühjahr kühl und feucht ist. Die Anfälligkeit der einzelnen Kirschlorbeer-Sorten ist sehr verschieden: Als besonders anfällig gilt die Sorte „Reynvaanii". Neben dem Schadpilz, der der Hauptverursacher der Schrotschusskrankheit ist, können ähnliche Blattschäden aber auch durch Bakterien verursacht werden.

Um Infektionen durch den Schadpilz zu verhindern, ist es im Bedarfsfall möglich, eine vorbeugende Behandlung mit einem Pilzbekämpfungsmittel durchzuführen. Wirksam sind z.B. Fungizide, wie etwa Celaflor Pilzfrei Ectivo, Compo Duaxo Universal Pilzfrei oder Fungisan Rosen- und Gemüse-Pilzfrei. Die genannten Präparate sind zwar nicht direkt zur Bekämpfung der Schrotschusskrankheit ausgewiesen, besitzen jedoch eine ausreichende Nebenwirkung, die genutzt werden kann. Eine Behandlung muss erfolgen, sobald die ersten Blätter des Kirschlorbeers im Frühjahr erscheinen. Anschließend ist es empfehlenswert, die Behandlung mehrmals zu wiederholen.

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Wer frisst am Porree?

 

Von August an muss mit dem Flug der zweiten Generation der Porree- oder Lauchminierfliege (Napomyza gymnostoma) gerechnet werden. Von dem Schädling werden alle Zwiebelgewächse befallen, insbesondere aber Porree und Schnittlauch, teilt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit. Der beginnende Befall zeigt sich zunächst an den Blättern durch helle, in Reihen angeordnete punktartige Fraßstellen der erwachsenen Fliege. Befallener Porree weist später im Schaft zusätzlich rötlich-braune Fraßgänge der Larven auf, die nachfolgend von der Basis her aufreißen. Beim Putzen des Porrees sind im Innern die etwa vier Millimeter langen weißen Larven sowie rötlich-braune Tönnchenpuppen zu finden.

Eine Bekämpfung der Porree- oder Lauchminlerfliege ist im Haus- und Kleingarten nur vorbeugend möglich, indem man den Pflanzenbestand möglichst lückenlos mit einem feinmaschigen Kulturschutznetz abdeckt, vor allem in der Zeit von Mitte August bis Oktober. Befallene Pflanzen sind außerdem möglichst frühzeitig zu entfernen und über den Restmüll zu entsorgen.

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Kranke Pflanzen: Was darf auf den Kompost?

Die positiven Eigenschaften von Kompost zur Verbesserung des Bodens sind heute allgemein bekannt. Aber nicht alle pflanzlichen Substanzen, die im Garten anfallen, sind grundsätzlich auch für eine Kompostierung geeignet. Vor allem bei kranken oder von Schädlingen befallenen Pflanzen stellt sich für den Hobbygärtner häufig die Frage, ob man diese Pflanzen ebenfalls kompostieren darf oder ob das kranke Pflanzenmaterial nicht besser anderweitig entsorgt werden sollte. Als allgemeine Regel gilt, dass Pflanzen, die Krankheits- oder Schädlingsbefall im Wurzel- oder Stängelbereich aufweisen, für eine Kompostierung nicht geeignet sind.
Bestimmte Schadpilze, die häufig Auslöser dieser Erkrankungen sind (z. B. Asternwelke, Kohlhernie, Fusarium- oder Sklerotinia-Welke bei Gurke und Tomate, Wurzelfäule an Erdbeerpflanzen, Cylindrociadium-Triebsterben an Buchsbaum), bilden widerstandsfähige Dauersporen aus, die sich über den Kompost weiterverbreiten, wenn bei der Kompostierung keine ausreichend hohen Temperaturen (> 60-70 C) erreicht werden. ähnlich ist es mit Schädlingen, die im Boden leben oder überdauern, wie beispielsweise Nematoden oder Gemsefliegen.
Auf eine Kompostierung von samentragenden Unkräutern und Wurzelunkräutern (wie z.B. Quecke und Giersch), sollte man ebenfalls besser verzichten, da sich eine möglichst spätere Verschleppung mit dem Kompost bei ihnen ebenfalls nicht ausschließen lässt.
Bei Krankheits- oder Schädlingsbefall an Blättern und Früchten, wie etwa Schorf, Mehltau, Blattfleckenkrankheiten oder Blattlausbefall, ist eine Kompostierung hingegen möglich, wenn man die kranken Pflanzenteile anschließend sofort mit Erde oder anderem dichten Material (beispielsweise Grasschnitt) abdeckt. Vorhandene Sporen und Schädlinge werden so an der Ausbreitung gehindert. Eine Überlebensfähigkeit dieser Schaderreger im Kompost ist bei sachgemäßer Kompostierung infolge der Verrottungsvorgänge dann nicht mehr zu erwarten.

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Gartenbau- und Verschönerungsverein Flamersheim e.V.